Zur Lageanalyse der Glieder eines Viergelenks werden die Gliedlängen a, b, c, d und der Winkel φ gemäß Bild 1.3 vorgegeben. Von Interesse sind nun die Winkel θ und ψ der restlichen beiden beweglichen Glieder bezüglich der positiven x-Achse.
Unter Verwendung der Hilfsgeraden g lauten die Maschengleichungen der Dreiecke A0BB0 und AB0B vektoriell:
aeφ+geη−dex=0(1.2)
geη+ceψ−beθ=0(1.3)
umstellen von Gleichung (1.2) nach geη und Quadrieren liefert
g2=a2+d2−2adcosφ.(1.4)
Umstellen von Gleichung (1.3) nach ceθ und erneutes Quadrieren führt zu
c2=b2+g2−2bg(eθeη).
Mit eθeη=cos(θ−η)=cosφ kann hieraus ein Ausdruck für cosϕ gewonnen werden.
cosϕ=2bgb2+g2−c2(1.5)
Mittels des bekannten Zusammenhangs sin2ϕ=1−cos2ϕ erhalten wir darüber hinaus den Term
sinϕ=2bg4b2g2−(b2+g2−c2)2.(1.6)
Die skalaren Komponenten von Gleichungen (1.2) liefern unmittelbar den trigonometrischen Ausdrücke des Winkels η
sinηcosη=g−asinφ=gd−acosφ(1.7)
Für den Koppelwinkel θ=ϕ+η lässt sich nun durch die entsprechenden Additionstheoreme hinschreiben:
sinθ=sinϕcosη+cosϕsinηcosθ=cosϕcosη−sinϕsinη
Eine Verwendung der Beziehungen (1.5), (1.6) und (1.7) resultiert schließlich in Gleichungen zur eindeutigen Ermittlung des gesuchten Winkels θ aus den gegebenen Größen.
Diese Beziehungen lassen sich übrigens analog zu (1.8) als Additionstheoreme der Winkel η und ξ auffassen, wobei ξ der Winkel zwischen den Strecken c und g ist.
sinψ=sinξcosη−cosξsinηcosψ=−(cosξcosη+sinξsinη)
Mit der Kenntnis des Winkels ξ können wir darüber hinaus auch auf einfache Weise den Übertragungswinkel μ=π−ϕ−ξ zwischen den Strecke b und c bestimmen. Auf diesen Übertragungswinkel wird im weitereren Verlauf noch näher eingegangen.
Das Ergebnis der Quadratwurzel der Gleichungen (1.8) und (1.9) kann genau genommen wahlweise positiv oder negativ sein. Da jedoch der jeweils negative Wert bloß auf ein zur x-Achse spiegelbildliches Viergelenk gemäß Bild 1.3 führt, wird auf eine – zwar mathematisch korrekte, praktisch jedoch nur gering nützliche – Notation dieses Vorzeichens verzichtet.